Forschungsschwerpunkte

Forschungsschwerpunkte des Lehrstuhls:

Aktuelle Forschungsprojekte:

 

Beteiligte Personen/Institutionen:

FAU Erlangen-Nürnberg
Lehrstuhl für Pädagogische Psychologie und Exzellenzforschung:
Prof. Drs. Albert Ziegler, PD Dr. Marion Händel

Lehrstuhl für Pädagogik mit dem Schwerpunkt Medienpädagogik:
Prof. Dr. Rudolf Kammerl

Institut für Lern-Innovationen:
Prof. Dr. Svenja Bedenlier

Lehrstuhl für Schulpädagogik mit dem Schwerpunkt empirische Unterrichtsforschung:
Prof. Dr. Michaela Gläser-Zikuda

 

Kurzinformationen zum Projekt:

Welche Anforderungen werden an Lehrende und Lernende in digitalen Lehrformaten gestellt, wie gehen Studierende mit neuen Lehrformaten um und welche Auswirkungen hat die kurzfristige Umstellung auf digitale Lehrformate? Diesen Fragen geht eine interdisziplinäre Forschergruppe der FAU anhand einer Online-Befragung nach. Studierende sind herzlich eingeladen, an der Befragung teilzunehmen.

Im Sommersemester 2020 wird an der FAU – bedingt durch die Corona-Pandemie – eine nahezu vollständige Umstellung auf digitale Lehrformate erforderlich. Dennoch stellt die aktuelle Situation mit veränderten Lehr- und Lernbedingungen eine besondere Herausforderung für alle Beteiligten dar. Wie gut die Umstellung auf digitale Lehrformate gelingt, welche Folgen dies für alle Beteiligten haben wird und ob nachhaltige Strukturen geschaffen werden können, untersucht daher eine neu gebildete interdisziplinäre Forschergruppe mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus unterschiedlichen Fachgebieten.

Anhand von Online-Befragungen will die Forschergruppe Erkenntnisse zu den Anforderungen, Bewältigungsstrategien und Wirkungen der Umstellung auf digitale Lehrformate erhalten. Die Befragung mit etablierten und standardisierten Messinstrumenten wird einen umfassenden Beitrag zur Frage erlauben, wie Studierende an der FAU auf verschiedenen Ebenen mit der Umstellung auf digitale Lehr- und Lernformate reagieren. Die Befragungsergebnisse sollen direkt in die Verbesserung der digitalen Lehre an der FAU einfließen, indem über die Fakultäten hinweg Lehrende, Studierende und Service-Einrichtungen der FAU fundiert unterstützt und beraten werden.

 

Weitere Informationen zum Projekt:

http://www.psycho.ewf.uni-erlangen.de/fau-e-learning-monitoring.shtml

Laufzeit:

seit 01.09.2017

 

Beteiligte Personen/Institutionen:

FAU Erlangen-Nürnberg
Lehrstuhl für Schulpädagogik mit dem Schwerpunkt empirische Unterrichtsforschung
Lehrstuhlinhaberin: Prof. Dr. Michaela Gläser-Zikuda
Wissenschaftliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter: Dr. Florian Hofmann, Melanie Stephan, M.A.; Dr. Barbara Jacob, Katharina Fuchs, M.A.
Wissenschaftliche Hilfskräfte: Jana Eder, Maximilian Höldl, Matthias Weber

Bergische Universität Wuppertal
Institut für Bildungsforschung in der School of Education
Arbeitsbereich Methodik und Didaktik in den Förderschwerpunkten Lernen sowie emotionale und soziale Entwicklung
Stefan Markus, wissenschaftlicher Mitarbeiter

 

Kurzinformationen zum Projekt:

Lehren und Lernen ist mit einer Vielzahl von Emotionen verbunden, doch dieser Bereich ist in der Hochschulforschung bislang kaum untersucht worden (Hagenauer et al., 2017). Bisherige Forschung in der Hochschullehre konzentriert sich insbesondere auf die Lehrauffassung von Lehrenden sowie deren Lehrkonzepte (Kember & Kwan, 2000; Postareff & Lindblom-Ylänne, 2011). Die vorliegende Studie untersucht daher die Emotionen von Studierenden und Lehrenden sowie deren wechselseitigen Bezug basierend auf Pekruns (2006) Kontroll-Wert-Ansatz. In einer quasi-experimentellen Mixed-Methods Studie mit Pre- und Postmessungen wird über die Variation des Lehrkonzepts (studierenden- versus lehrendenzentriert) geprüft, ob in einem studierendenorientierten Lehrsetting positive Lernemotionen überwiegen und mit welchen Lehrphasen und didaktisch-methodischen Bedingungen positive und negative Emotionen einhergehen.
Die Teilnehmer/innen dieser Studie sind Lehramtsstudierende, die ein Seminar in Schulpädagogik im Wintersemester 2017/18 belegten, welches von zwei Dozierenden angeboten wurde. Für die Studie wurden insgesamt 6 Sitzungen, die zum einen studierendenorientiert und zum anderen lehrendenzentriert gestaltet wurden, videographiert. Zudem wurden vor und nach den Seminarveranstaltungen standardisierte Fragebögen eingesetzt.
Die Stichprobe umfasst 219 freiwillig teilnehmende Lehramtsstudierende der Schulpädagogik in Seminargruppen zwischen 22 bis 34 Teilnehmer/innen. Das Durchschnittsalter der Studierenden beträgt 21 Jahre (SD = 4.3), 79 Prozent davon sind weiblich, 92 Prozent studieren im ersten Hochschulsemester. Erfasst wurden neben soziodemographischen Daten u.a. die studienbezogene Selbstwirksamkeit, wahrgenommene Qualität der Lehrveranstaltung, Lern- und Leistungsemotionen (AEQ), Trait-Emotionen in schulpädagogischen Lehrveranstaltungen (inhaltsbezogene Kontrolle und inhaltsbezogener Wert), Autonomiegewährung und –unterstützung, Studierendenpartizipation, Lern- und Leistungsmotivation, die allg. Lebenszufriedenheit, Wohlbefinden sowie Studienzufriedenheit und –interesse. Die Datenauswertung erfolgt derzeit einerseits auf der Grundlage einer Varianzanalyse mit Messwiederholung und andererseits auf der Grundlage einer strukturierenden qualitativen Inhaltsanalyse der Videodaten (vgl. Hofmann et al., 2018).

 

Literatur:

  • Hagenauer, G., Gläser-Zikuda, M., & Moschner, B. (2017, online first). University students’ emotions, life-satisfaction and study commitment: a self-determination theoretical perspective. Journal of Further and Higher Education, 27(2), 1–19. Doi: 10.1080/0309877X.2017.1323189
  • Hofmann, F.; Stephan, M.; Fuchs, K.; Jakob, B.; Markus, S. & Gläser-Zikuda, M. (2018). Lernemotionen von Lehramtsstudierenden – macht der Lehransatz einen Unterschied? Posterbeitrag auf der AEPF-Tagung in Lüneburg.
  • Kember, D. & K. Kwan (2000). Lecturers’ approaches to teaching and their relationship to conceptions of good teaching. Instructional Science 28, 469–90.
  • Pekrun, R. (2006). The Control-Value Theory of Achievement Emotions: Assumptions, Corollaries, and Implications for Educational Research and Practice. Educational Psychology Review, Vol. 18, Issue 4, 315–341.
  • Postareff, L. & Lindblom-Ylänne, S. (2011). Emotions and confidence within teaching in higher education. Studies in Higher Education vol. 36, no. 7, 799–813.

 

Aktuelle Forschungsprojekte:

Laufzeit:

seit 01.09.2017

 

Beteiligte Personen/Institutionen:

FAU Erlangen-Nürnberg
Lehrstuhl für Schulpädagogik mit dem Schwerpunkt empirische Unterrichtsforschung
Lehrstuhlinhaberin: Prof. Dr. Michaela Gläser-Zikuda
Wissenschaftliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter: Dr. Florian Hofmann, Melanie Stephan, M.A.; Dr. Barbara Jacob, Katharina Fuchs, M.A.
Wissenschaftliche Hilfskräfte: Jana Eder, Maximilian Höldl, Matthias Weber

Bergische Universität Wuppertal
Institut für Bildungsforschung in der School of Education
Arbeitsbereich Methodik und Didaktik in den Förderschwerpunkten Lernen sowie emotionale und soziale Entwicklung
Stefan Markus, wissenschaftlicher Mitarbeiter

 

Kurzinformationen zum Projekt:

Lehren und Lernen ist mit einer Vielzahl von Emotionen verbunden, doch dieser Bereich ist in der Hochschulforschung bislang kaum untersucht worden (Hagenauer et al., 2017). Bisherige Forschung in der Hochschullehre konzentriert sich insbesondere auf die Lehrauffassung von Lehrenden sowie deren Lehrkonzepte (Kember & Kwan, 2000; Postareff & Lindblom-Ylänne, 2011). Die vorliegende Studie untersucht daher die Emotionen von Studierenden und Lehrenden sowie deren wechselseitigen Bezug basierend auf Pekruns (2006) Kontroll-Wert-Ansatz. In einer quasi-experimentellen Mixed-Methods Studie mit Pre- und Postmessungen wird über die Variation des Lehrkonzepts (studierenden- versus lehrendenzentriert) geprüft, ob in einem studierendenorientierten Lehrsetting positive Lernemotionen überwiegen und mit welchen Lehrphasen und didaktisch-methodischen Bedingungen positive und negative Emotionen einhergehen.
Die Teilnehmer/innen dieser Studie sind Lehramtsstudierende, die ein Seminar in Schulpädagogik im Wintersemester 2017/18 belegten, welches von zwei Dozierenden angeboten wurde. Für die Studie wurden insgesamt 6 Sitzungen, die zum einen studierendenorientiert und zum anderen lehrendenzentriert gestaltet wurden, videographiert. Zudem wurden vor und nach den Seminarveranstaltungen standardisierte Fragebögen eingesetzt.
Die Stichprobe umfasst 219 freiwillig teilnehmende Lehramtsstudierende der Schulpädagogik in Seminargruppen zwischen 22 bis 34 Teilnehmer/innen. Das Durchschnittsalter der Studierenden beträgt 21 Jahre (SD = 4.3), 79 Prozent davon sind weiblich, 92 Prozent studieren im ersten Hochschulsemester. Erfasst wurden neben soziodemographischen Daten u.a. die studienbezogene Selbstwirksamkeit, wahrgenommene Qualität der Lehrveranstaltung, Lern- und Leistungsemotionen (AEQ), Trait-Emotionen in schulpädagogischen Lehrveranstaltungen (inhaltsbezogene Kontrolle und inhaltsbezogener Wert), Autonomiegewährung und –unterstützung, Studierendenpartizipation, Lern- und Leistungsmotivation, die allg. Lebenszufriedenheit, Wohlbefinden sowie Studienzufriedenheit und –interesse. Die Datenauswertung erfolgt derzeit einerseits auf der Grundlage einer Varianzanalyse mit Messwiederholung und andererseits auf der Grundlage einer strukturierenden qualitativen Inhaltsanalyse der Videodaten (vgl. Hofmann et al., 2018).

 

Literatur:

  • Hagenauer, G., Gläser-Zikuda, M., & Moschner, B. (2017, online first). University students’ emotions, life-satisfaction and study commitment: a self-determination theoretical perspective. Journal of Further and Higher Education, 27(2), 1–19. Doi: 10.1080/0309877X.2017.1323189
  • Hofmann, F.; Stephan, M.; Fuchs, K.; Jakob, B.; Markus, S. & Gläser-Zikuda, M. (2018). Lernemotionen von Lehramtsstudierenden – macht der Lehransatz einen Unterschied? Posterbeitrag auf der AEPF-Tagung in Lüneburg.
  • Kember, D. & K. Kwan (2000). Lecturers’ approaches to teaching and their relationship to conceptions of good teaching. Instructional Science 28, 469–90.
  • Pekrun, R. (2006). The Control-Value Theory of Achievement Emotions: Assumptions, Corollaries, and Implications for Educational Research and Practice. Educational Psychology Review, Vol. 18, Issue 4, 315–341.
  • Postareff, L. & Lindblom-Ylänne, S. (2011). Emotions and confidence within teaching in higher education. Studies in Higher Education vol. 36, no. 7, 799–813.

Aktuelle Forschungsprojekte:

 

Project summary:

The project entitled Teaching Practice Partnership Model in Pre-Service Teacher Education (INSHIP) aims to develop educational innovation in the area of higher education through a complementary partnership model for teaching practice (TP) in initial teacher education. The project follows four main objectives: (1) Provision of appropriate educational opportunities for student teachers in the course of TP, (2) Enhancement of the professional competencies of academic staff in the in-service course of TP (CPD-INSHIP course), (3) Operationalization of tools and guidance materials for implementation of TP (INSHIP-toolkit) (4) Development of Professional Learning Network in TP (INSHIP-PLN).
INSHIP-project derives from an international consortium of experts in the field of teacher education, and is evidence-based. Its background is a socio-constructivist paradigm, at the forefront of which is situational learning of student teachers, and the role of collaboration and professional learning communities in bridging the gap between theory and practice in teacher education, which can be exceeded in an authentic learning context, i.e. in the concrete work environments. Moreover, in the course of the TP student teachers become professionally socialised, evolving their professional identity on the basis of shared attitudes and values within the teaching and learning community. Finally, the active participation of students in their future work environments contributes to their professional promotion, as the particular school gets to know the individual students during the TP course, which provides for a higher level of security of the institution in the employment of the graduates.
The main achievement of the project will be the INSHIP-model, which will take the form of four basic elements covering the educational principles of strategic complementary partnership collaboration, professional socialisation, the student teachers TP competencies, and quality indicators for TP, with its own developed evaluation system. Supporting the INSHIP-model, the CPD-INSHIP course for academic staff will be developed and piloted within the project, as well as the INSHIP-toolkit and INSHIP-PLN fostering the spread of the professional learning community in TP by using INSHIP-portal, attending various professional meetings and using the materials produced in INSHIP. The INSHIP-project aims to bring together a total of 96 education professionals for INSHIP transnational teaching / learning / training events. It is planned to engage with another 150 education professionals for professional dissemination events taking place ones simultaneously across 6 partner countries and 120 participants in the INSHIP final conference. It is expected to gradually involve more education professionals across the participating countries who will benefit INSHIP-PLN, as well as other project outputs over time.

 

Partners:

University of Ljubljana, Slovenia (Coordinator)
Masarykova Univerzita, Czech Republic
Universidad de Alicante, Spain
University of Primorska, Faculty of management, Slovenia
University of Erlangen-Nuremberg, Germany

 

INSHIP web page:

http://inship.splet.arnes.si/

Laufzeit:

seit 2016

 

Beteiligte Personen/Institutionen:

FAU Erlangen-Nürnberg
Lehrstuhl für Schulpädagogik mit dem Schwerpunkt empirische Unterrichtsforschung
Lehrstuhlinhaberin: Prof. Dr. Michaela Gläser-Zikuda
Wissenschaftliche Mitarbeiterin: Isabelle Grassmé

Universität des Saarlandes
Lehrstuhl für empirische Bildungsforschung
Lehrstuhlinhaber: Prof. Dr. Roland Brünken
Wissenschaftliche Mitarbeiterin: Dr. Antje Biermann

 

Kurzinformationen zum Projekt:

Die Forderung nach einer Kompetenzorientierung in der Lehrerinnen- und Lehrerbildung (Kunter et al., 2011) sowie eine stärker berufspraktischen Orientierung und Aufwertung der Praktika im Studium mündete in den letzten Jahren vor allem in einen Ausbau des zeitlichen Umfangs von Praxisphasen sowie in neue Ansätze der intensiveren Lernbegleitung durch die Universitäten (Gröschner & Seidel, 2012). Praxisanteile im Studium gelten zwar als ein zentraler Baustein für die Professionalisierung von angehenden Lehrer/innen, jedoch weisen empirische Studien darauf hin, dass es bislang nicht eindeutig zu beantworten ist, ob Praktika einen wirklich positiven Effekt in der Lehrerbildung nach sich ziehen (Hascher, 2012).
Die Begleitung durch Lehrende auf universitärer Seite und durch Mentor/innen auf Seiten der Praktikumsschulen spielt in diesem Zusammenhang eine besondere Rolle. Mit der „Lehr:werkstatt“ wird derzeit ein Projekt zur Gestaltung des Praktikums im Realschul- und Gymnasiallehramt in Bayern und Baden-Württemberg durchgeführt (Eberhard von Kuenheim Stiftung, 2016). Lehramtsstudierende arbeiten mit einer Lehrkraft über ein ganzes Schuljahr zusammen. Anzunehmen ist, dass durch dieses 1:1 Mentoring eine intensivere Beziehung und Zusammenarbeit zwischen Praktikumslehrkraft und Studierenden entsteht, ein höherer Anteil an Unterrichtsversuchen sowie intensive und individuell ausgerichtete Lerngelegenheiten geschaffen werden. Das Kooperationsprojekt fokussiert in verschiedenen Teilstudien auf die Qualität von Praxisphasen im Lehramtsstudium und vergleicht speziell das Praktikum „Lehr:werkstatt“ mit anderen Praktika, u.a. auch an der Universität Saarbrücken. Ein zweiter Schwerpunkt des Forschungsprojekts fokussiert auf individuelle und kontextuelle Bedingungen der Kompetenzentwicklung von Lehramtsstudierenden.

 

Publikationen:

  • Grassmé, I., Biermann, Gläser-Zikuda, M. & Brünken, R. (in Vorb.) Lerngelegenheiten in unterschiedlichen Praktika und ihre Bedeutung für die Kompetenzen von Lehramtsstudierenden. In M. Rothland & I. Biederbeck (Hrsg.), Beiträge zur Lehrerbildung und Bildungsforschung (BzLB). Münster: Waxmann.
  • Grassmé, I., Biermann, A., Gläser-Zikuda, M. & Brünken, R. (2017). Kompetenzentwicklung in Schulpraktika. Eine kooperative empirische Studie der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg und der Universität des Saarlandes zur Kompetenzentwicklung von Lehramtsstudierenden in den Schulpraktika. Posterpräsentation im Rahmen der Jahrestagung 2017 der Konferenz für Grundschulpädagogik und -didaktik an bayerischen Universitäten am Standort Nürnberg.
  • Grassmé, I. & Gläser-Zikuda, M. (2016). Betreuungsqualität und Kompetenzentwicklung in Praxisphasen der Lehrerbildung. Eine empirische Studie zur Wirksamkeit der Lehr:werkstatt unter besonderer Berücksichtigung der Klassenführungskompetenz. Vortrag im Rahmen des Doktorandenkolloquiums an der Universität des Saarlandes (12.07.2016).
  • Grassmé, I., Biermann, A., Gläser-Zikuda, M. & Brünken, R. (2016). Lerngelegenheiten und Kompetenzentwicklung im Praktikum. Eine kooperative Forschungsstudie der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen Nürnberg und der Universität des Saarlandes zur Kompetenzentwicklung von Lehramtsstudierenden im Praktikum. Posterpräsentation auf der AEPF Tagung: Rostock.

 

Kooperationspartner:

Dr. Antje Biermann und Prof. Dr. Roland Brünken

 

Literatur:

  • Eberhard von Kuenheim Stiftung der BMW AG (2016). Die Lehrwerkstatt. URL: http://www.lehrwerkstatt.org/ [Zugriff am 10.03.2017].
  • Gröschner, A. & Seidel, T. (2012). Lernbegleitung im Praktikum. Befunde und Innovationen im Kontext der Reform der Lehrerbildung. In W. Schubarth, K. Speck, A. Seidel, C. Gottmann, C. Kamm & M. Krohn (Hrsg.), Studium nach Bologna: Praxisbezüge stärken?! Praktika als Brücke zwischen Hochschule und Arbeitsmarkt. Befunde und Perspektiven (S. 171–183). Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften.
  • Hascher, T. (2012). Forschung zur Bedeutung von Schul- und Unterrichtspraktika in der Lehrerinnen- und Lehrerbildung. Beiträge zur Lehrerbildung, 30 (1), 87–98.
  • Kunter, M., Kleickmann, T., Klusmann, U. & Richter, D. (2011). Die Entwicklung professioneller Kompetenz von Lehrkräften. In M. Kunter, J. Baumert, W. Blum, U. Klusmann, S. Krauss & M. Neubrand (Hrsg.), Professionelle Kompetenz von Lehrkräften: Ergebnisse aus dem Forschungsprogramm COACTIV (S. 55–68). Münster: Waxmann.

Laufzeit:

März 2021 bis März 2024

Förderer/Finanzierung:

Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)

Beteiligte Personen/Institutionen:

FAU Erlangen-Nürnberg

Lehrstuhl für Schulpädagogik mit dem Schwerpunkt empirische Unterrichtsforschung

Prof. Dr. Michaela Gläser-Zikuda, Dr. Florian Hofmann

Wissenschaftliche Mitarbeiter*innen: Jessica Schießl, M.A., Chengming Zhang

Freie Universität Berlin

Prof. Dr. Ralf Romeike, Didaktik der Informatik

Prof. Dr. Christoph Benzmüller, Dahlem Center for Machine Learning and Robotics

Prof. Dr. Tim Landgraf, Dahlem Center for Machine Learning and Robotics

Kurzinformationen zum Projekt:

Künstliche Intelligenz (KI) findet zunehmend auch im Bildungsbereich Anwendung (Marr, 2018) und nimmt so Einfluss auf digitale Hochschullehre und digitalen Unterricht in der Schule. KI-Technologien ermöglichen eine individualisierte Lernunterstützung im Kontext der Hochschullehre und es wird angenommen, dass sie einen möglichen Beitrag u.a. zur Professionalisierung von Lehrkräften leisten. An diesem Punkt zeichnet sich jedoch ein Dilemma ab: den Technologien werden einerseits umfangreiche Chancen zugesprochen, andererseits herrscht oft, aufgrund von Unsicherheiten, eine Abwehrhaltung bei Lehrenden und Lernenden vor. Da größere Skepsis gegenüber KI-Technologien vor allem auch bei Lehramtsstudierenden vorherrscht, stellt dies eine besondere Herausforderung für die Lehrer*innenbildung dar.

Im PetraKIP-Projekt sollen mögliche Vorteile von KI für die Unterstützung von Lernprozessen von Lehramtsstudierenden mithilfe eines personalisierten KI-basierten Portfolios genutzt werden. Durch die KI können individualisierte Rückmeldungen erfolgen und komplexere Lerndialoge stattfinden (Satow, 2017), die Reflexionsfähigkeit und Lernmotivation können durch KI-generiertes Feedback gefördert (Gibson et al., 2017) sowie das Vertrauen in das gewählte Studium gesteigert werden (Klebanov et al., 2017). Der Portfolioansatz eignet sich hier explizit zur Förderung selbstregulierten Lernens (Gläser-Zikuda et al., 2010) und von Reflexionsfähigkeit – zwei Aspekten, die als wesentlich für Professionalisierung angesehen werden (Hofmann et al., 2016). Allerdings akzeptieren Studierende herkömmliche Portfolios eher nicht (Ziegelbauer & Gläser-Zikuda, 2013) und erkennen kaum den möglichen Nutzen (Brouër, 2007; Fütterer, 2019).

Ziel des Projekts ist daher die Entwicklung und Etablierung eines KI gestützten Professionalisierungsportfolios in der Lehrer*innenbildung.

Als Ausgangsbasis wird das digitale Portfolio „metapholio“ (https://metapholio.ch/) herangezogen und zu einem KI-basierten, personalisierten Lernsystem weiterentwickelt.

An beiden beteiligten Universitäten werden Lehramtsstudierende und Hochschullehrende mit Hilfe quantitativer und qualitativer Verfahren zu mehreren Zeitpunkten befragt. Die Identifizierung von Nutzungsgewohnheiten sowie Einstellungen, Vorurteile, Unsicherheiten und Wissen auf Seiten der Studierenden in Bezug auf KI-Systeme werden erfasst, ebenso wie individuelle Bedingungen für eine erfolgreiche Nutzung der KI-Unterstützungssysteme im Portfolio. Die Bedeutung des KI-Portfolios für die Entwicklung selbstregulierten Lernens und die Professionalisierung sowie für Akzeptanz, Bildung und Mündigkeit von Lehramtsstudierenden bezogen auf KI wird ebenfalls untersucht. Zudem wird die mögliche Wirksamkeit des KI-Portfolios hinsichtlich der Nutzung von verschiedenen Prompts und Feedback-Formaten systematisch geprüft.

Literatur:

  • Brouer, B. (2007). Mit Portfolios schreibend das Lernen reflektieren. In M. Gläser-Zikuda (Hrsg.). Lerntagebuch und Portfolio auf dem Prüfstand. Empirische Pädagogik, 21(2), S. 157–173.
  • Fütterer, T. (2019). Professional Development Portfolios im Vorbereitungsdienst. Die Wirksamkeit von Lernumgebungen auf die Qualität der Portfolioarbeit. Wiesbaden: Springer VS.
  • Gibson, A., Aitken, A., Sándor, Á., Buckingham Shum, S., Tsingos-Lucas, C., & Knight, S. (2017). Reflective writing analytics for actionable feedback. In A. Wise, P. H. Winne, G. Lynch, X. Ochoa, I. Molenaar, S. Dawson, & M. Hatala (Eds.), Proceedings of the seventh international learning analytics & knowledge conference (S. 153–162). ACM. https://doi.org/10.1145/3027385.3027436
  • Gläser-Zikuda, M. (2015). ePortfolios in Higher Education. In M. Spector (Eds.), Encyclopedia of Educational Technology. (pp. 275 – 277). Los Angeles: SAGE.
  • Gläser-Zikuda, M., Voigt, C., & Rohde, J. (2010). Förderung selbstregulierten Lernens bei Lehramtsstudierenden durch portfoliobasierte Selbstreflexion. Empirische Pädagogik, 21(2), S. 142–165.
  • Hofmann, F., Wolf, N., Klaß, S., Grassmé, I., Gläser-Zikuda, M. (2016). Portfolios in der LehrerInnenbildung: Ein aktueller Überblick zur empirischen Befundlage. In M. Boos, A. Krämer & M. Kricke (Hrsg.), Portfolioarbeit phasenübergreifend gestalten: Konzepte, Ideen und Anregungen aus der LehrerInnenbildung (S. 23–39). Münster & New York: Waxmann.
  • Klebanov, B. B., Burstein, J., Harackiewicz, J. M., Priniski, S. J. & Mulholland, M. (2017). Reflective Writing About the Utility Value of Science as a Tool for Increasing STEM Motivation and Retention – Can AI Help Scale Up? International Journal of Artificial Intelligence in Education, 27(4), S. 791–818. https://doi.org/10.1007/s40593-017-0141-4
  • Marr, B. (2018). How Is AI Used In Education — Real World Examples Of Today And A Peek Into The Future. Retrieved July, 29th 2021 at https://www.forbes.com/sites/bernardmarr/2018/07/25/how-is-ai-used-in-education-real-world-examples-of-today-and-a-peek-into-the-future/#36e55e39586e
  • Satow, L. (2017). Chatbots as Teaching Assistants: Introducing a Model for Learning Facilitation by AI Bots. Abgerufen am 29. Juli 2021 von https://blogs.sap.com/2017/07/12/chatbots-as-teaching-assistants-introducing-a-model-for-learning-facilitation-by-ai-bots/
  • Ziegelbauer, S., Ziegelbauer, C., Limprecht, S. & Gläser-Zikuda, M. (2013). Bedingungen für gelingende Portfolioarbeit in der Lehrerinnen- und Lehrerbildung: Empiriebasierte Entwicklung eines adaptiven Portfoliokonzepts. In B. Koch-Priewe, T. Leonhard, A. Pineker & J. C. Störtländer (Hrsg.), Portfolio in der LehrerInnenbildung. Konzepte und empirische Befunde. (S. 112–121). Bad Heilbrunn: Klinkhardt.

 

Aktuelle Forschungsprojekte:

Laufzeit:

April 2020 bis März 2023

Förderer/Finanzierung:

Robert Bosch Stiftung

 

Beteiligte Personen/Institutionen:

Lehrstuhl für Schulpädagogik der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg
Lehrstuhlinhaberin: Prof. Dr. Michaela Gläser-Zikuda
Wissenschaftliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter: Felix Hufschmid, Lisa Pösse

Bergische Universität Wuppertal
Institut für Bildungsforschung in der School of Education
Arbeitsbereich: Lehr-, Lern- und Unterrichtsforschung
Dr. Stefan Markus

Universität Wien
Zentrum für Lehrer*innenbildung
Arbeitsbereich Bildungswissenschaften
Prof. Dr. Susanne Schwab

Ludwig-Maximilians-Universität MÜnchen (LMU)
Fakultät für Psychologie und Pädagogik
Lehrstuhl für Grundschulpädagogik und Grundschuldidaktik
Lehrstuhlinhaberin: Prof. Dr. phil. Katrin Lohrmann; Wissenschaftliche Mitarbeiterin: Cornelia Reich

 

Kurzinformationen zum Projekt:

Pädagogische Beziehungen rücken in den letzten zwanzig Jahren vermehrt in den Fokus des Diskurses um erfolgreichen Unterricht, da sich positive Beziehungen zwischen Lehrkräften und Schüler*innen sowohl auf das emotional-motivationale Befinden (Lohrmann & Hartinger, 2014) und den Lernerfolg der Schüler*innen (Hattie & Yates, 2015), als auch auf die Motivation und Gesundheit der Lehrkräfte (Aldrup et al., 2018) positiv auswirken. Für Eltern wiederum hängen die pädagogischen Beziehungen mit dem Schulklima und der Zufriedenheit mit der Schule zusammen (Veith, 2016). Die Beziehungsgestaltung an Bewerber- und Preisträgerschulen des Deutschen Schulpreises wird als besonders positiv beschrieben. So zeichnet sich eine positive Beziehungsgestaltung z.B. durch vielfältige Möglichkeiten zur Entfaltung individueller Interessen oder durch eine von Anerkennung und Partizipation geprägte Zusammenarbeit von Lehrkräften, Schüler*innen und Eltern aus (Fauser et al., 2008; Veith, 2016). Dennoch existieren bislang noch keine empirischen Befunde zu den Bedingungen und Merkmalen gelingender pädagogischer Beziehungen an diesen Optimalschulen.

Als Kriterium gelingender Beziehungen soll das Wohlbefinden der Schüler*innen sowie deren persönliche Einschätzung (Kontroll-Wert-Theorie, Pekrun & Perry, 2014) ihrer sozialen Eingebundenheit (Schüler-Lehkraft-Beziehungen sowie Peer-Beziehungen; Schwab, 2016), ihrer Kompetenz und Selbstbestimmung (Ryan & Deci, 2017), sowie der schülerperzipierte Autonomieunterstützung (Markus, 2019) herangezogen werden. Die Lehrkräfte werden zu ihrer Wahrnehmung von sozialer Eingebundenheit und Selbstbestimmungsmöglichkeiten sowie zu Einstellungen, Selbstwirksamkeitserwartungen, Classroom-Management, Arbeitsverhalten und ihren Emotionen quantitativ befragt.

Es soll keine Studie über Schulen durchgeführt werden, sondern es werden gemeinsam mit Schulen und deren Akteuren die Voraussetzungen und spezifischen Merkmale gelingender pädagogischer Beziehungen erarbeitet und diese anschließend auf alle deutschen Schulen übertragen. Das Ziel der BASiS-Studie ist die Entwicklung eines evidenzbasierten Seminar- und Fortbildungskonzepts, welches durch entsprechende Angebote an Schulen, Universitäten und Fortbildungsinstitutionen etabliert werden soll.

Die Bewerber- und Preisträgerschulen sowie die Deutsche Schulakademie sind dabei wichtige Partner im Forschungsprozess sowie bei der Entwicklung von Professionalisierungsmaßnahmen.

 

Literatur:

  • Aldrup, K., Klusmann, U., Lüdtke, O., Göllner, R., & Trautwein, U. (2018). Student misbehavior and teacher well-being: Testing the mediating role of the teacher-student relationship. Learning and Instruction, 58, 126–136.
  • Fauser, P., Prenzel, M. & Schratz, M. (Hrsg.) (2008). Was für Schulen! Wie gute Schule gemacht wird –Werkzeuge exzellenter Praxis. Der Deutsche Schulpreis 2008. Seelze: Klett Kallmeyer.
  • Hattie, J. & Yates, G. (2015). Lernen sichtbar machen aus psychologischer Perspektive. Überarbeitete deutschsprachige Ausgabe von Visible Learning and the Science of How We Learn. Baltmannsweiler: Schneider Hohengehren.
  • Lohrmann, K. & Hartinger, A. (2014). Lernemotionen, Lernmotivation und Interesse. In W. Einsiedler, M. Götz, A. Hartinger, F. Heinzel, J. Kahlert & U. Sandfuchs (Hrsg.), Handbuch Grundschulpädagogik und Grundschuldidaktik (S. 275-279). 4. Auflage. Bad Heilbrunn: Klinkhardt.
  • Markus, S. (2019). Autonomieunterstützung und emotionales Erleben in der Sekundarstufe Effekte der Öffnung von Unterricht auf Lern- und Leistungsemotionen. Unveröffentlichte Dissertation, FAU Erlangen-Nürnberg.
  • Pekrun, R., & Perry, R. P. (2014). Control-value theory of achievement emotions. In R. Pekrun & L. Linnenbrink-Garcia (Eds.), Educational psychology handbook series. International handbook of emotions in education (p. 120–141). Routledge/Taylor & Francis Group.
  • Ryan, R. M. & Deci, E. L. (2017). Self-determination theory. Basic psychological needs in motivation development and wellness. New York: The Guilford Press.
  • Schwab, S. (2016). Erfassung von sozialer Partizipation – Übereinstimmung zwischen Selbst- und Fremdsicht von Schülern mit und ohne sonderpädagogischen Förderbedarf. Zeitschrift für Pädagogische Psychologie, 30(4), 227-236.
  • Veith, H. (2016). Gute Schulen investieren in ihre Kultur. Die Perspektive der Wissenschaft. In S.-I. Beutel, K. Höhmann, H.A. Pant, & M. Schratz (Hrsg.), Handbuch Gute Schule. Sechs Qualitätsbereiche für eine zukunftsweisende Praxis, 116-129. Seelze: Klett Kallmeyer.

Laufzeit:

August 2021 bis Juli 2022

Förderung/Finanzierung:

Freistaat Thüringen aus den Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF)

Beteiligte Institutionen:

Lehrstuhl für Schulpädagogik mit dem Schwerpunkt empirische Unterrichtsforschung
Thüringer Ministerium für Bildung, Jugend und Sport (TMBJS)
Gesellschaft für Arbeits- und Wirtschaftsförderung des Freistaats Thüringen mbH (GFAW)
Thüringer Institut für Lehrerfortbildung, Lehrplanentwicklung und Medien (ThILLM)

Förderung/Finanzierung:

Freistaat Thüringen aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF)

Projektleitung:

Prof. Dr. Michaela Gläser-Zikuda

Projektmitarbeiterinnen und Projektmitarbeiter:

 

Kurzinformationen zum Projekt:

Gefördert durch den Freistaat Thüringen aus Mitteln des europäischen Sozialfonds führt der Lehrstuhl für Schulpädagogik mit dem Schwerpunkt empirische Unterrichtsforschung der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg in Kooperation mit dem Thüringer Ministerium für Bildung, Jugend und Sport (TMBJS) eine wissenschaftliche Untersuchung zu Schul- und Unterrichtsqualität im Kontext der Reduzierung von Schulabbruchquoten an Thüringer Regelschulen durch.

Schulabbruch ist ein komplexer Prozess, der immense Auswirkungen auf die Zukunft der Jugendlichen haben kann (Stamm, 2012). Die Ursachen, warum sich die Schüler*innen der Schule entziehen, sind vielfältig und liegen teilweise innerhalb der Institution Schule (Tippelt, 2011; Seeliger, 2016); u.a. führen schlechte Schulleistungen, die Einstellung gegenüber Lernen und Schule, Probleme mit Lehrkräften und Mitschüler*innen, aber auch der familiäre Hintergrund zu einer höheren Wahrscheinlichkeit, die Schule ohne Abschluss zu beenden (Hennemann, Hagen, Hillenbrand, 2010; Seeliger, 2016; Stamm, 2012). Besonders problematisch ist dabei, dass Schüler*innen, die frühzeitig die Schule verlassen, nicht nur erheblichen Benachteiligungen im weiteren Bildungsverlauf ausgesetzt sind und schlechtere Chancen am Übergang in den Beruf haben (Seeliger, 2016), sondern auch schulische Sozialkontakte und eine wichtige Bezugsgruppe, ihre Peergroup, verlieren. Dies führt zu (weiteren) Ausgrenzungen und kann sich problematisch auf gesellschaftliche Teilhabe auswirken.

Trotz positiver Entwicklungen liegen die Schulabbruchquoten in Thüringen weiterhin über den von Bund und Ländern vereinbarten Zielen (Autorengruppe Bildungsberichterstattung, 2020, S. 144). Ziel dieser wissenschaftlichen Begleitung ist daher die Untersuchung individueller, sozialer und schulischer Bedingungen von Schulabbruch. Neben einer datengestützten Rückmeldung an die einzelne Schule sollen die Ergebnisse für die Entwicklung von Fördermöglichkeiten und Praxisempfehlungen zur Reduzierung der Schulabbruchquote im Zuge von Schulentwicklungsmaßnahmen herangezogen werden.

 

Literatur:

Autorengruppe Bildungsberichterstattung (2020). Bildung in Deutschland. Ein indikatorengestützter Bericht mit einer Analyse zu Bildung in einer digitalisierten Welt. Bielefeld: wbv Media.

Hennemann, T., Hagen, T. & Hillenbrand, C. (2010). Dropout aus der Schule. Empirisch abgesicherte Risikofaktoren und wirksame pädagogische Maßnahmen. Sonderpädagogik 2(3), 26-47.

Seeliger, S. (2016). Schulabsentismus und Schuldropout. Fallanalysen zur Erfassung eines Phänomens. Wiesbaden: Springer VS

Stamm, M. (2012). Schulabbrecher in unserem Bildungssystem. Wiesbaden: Springer VS

Tippelt, R. (2011). Drop out im Bildungssystem. Situation und Prävention. Zeitschrift für Pädagogik 57(2), 145-152.

Laufzeit:

Januar 2017 bis Dezember 2019

 

Förderer/Finanzierung:

Katholisches Schulwerk Bayern

 

Beteiligte Personen/Institutionen:

Lehrstuhl für Schulpädagogik der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg
Lehrstuhlinhaberin: Prof. Dr. Michaela Gläser-Zikuda
Wissenschaftliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter: Simon Meyer, Katharina Fuchs, Ramona Obermeier

 

Kurzinformationen zum Projekt:

Gefördert durch das Katholische Schulwerk Bayern (https://www.schulwerk-bayern.de/schulwerk.html) führt der Lehrstuhl für Schulpädagogik der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg die Evaluation des Schulentwicklungsprojekts „Stärkende Lebenswelten“ an katholischen Schulen durch.
„Stärkende Lebenswelten“ zielt darauf ab, durch die Trainingsprogramme FamilienTeam (für Eltern; Graf & Walper, 2003; Graf, 2013) und KlasseTeam (für Lehrkräfte; Graf & Bauer, 2009) mit Blick auf Beziehung und Erziehung Familie und Schule stärker aufeinander zu beziehen und somit die Entwicklung von Schüler/innen positiv zu beeinflussen. Durch die Förderung von Beziehungs- und Selbstregulationskompetenz auf Seiten der Lehrpersonen und Eltern sowie deren intensivere Kooperation wird davon ausgegangen, dass die Schüler/innen in ihrer Persönlichkeitsentwicklung, Resilienz, Selbstregulationsfähigkeit sowie hinsichtlich ihrer emotionalen und sozialen Kompetenz positiv beeinflusst werden. Damit ist letztlich auch die Annahme verbunden, dass ihr Lernprozess sowie ihre Leistung gefördert werden. Neben der Zielgruppe der Schüler/innen sollen auch Lehrkräfte und Eltern im Hinblick auf Selbstregulation und emotionale Stabilität betrachtet werden. Zudem ist die Analyse verschiedener Faktoren auf der Mikro-, Meso- und Makroebene vorgesehen.
Im Zuge der Evaluation werden, in Kooperation mit dem Katholischen Schulwerk Bayern, insgesamt ca. 32 Sekundarschulen mit 60 Klassen rekrutiert, die entsprechend ihrer Teilnahme an den Trainingsprogrammen in eine Volltreatment-Gruppe (KlasseTeam und FamilienTeam), zwei Teiltreatment-Gruppen (entweder KlasseTeam oder FamilienTeam) und eine Kontroll-Gruppe (kein Training) eingeteilt werden. Im Rahmen eines quasi-experimentellen Untersuchungsdesigns mit einer Prä- und Postmessung sowie zwei Follow-up Messungen werden die angenommenen Effekte auf der Basis standardisierter Instrumente überprüft. Für vertiefende und einzelfallbasierte Analysen kommen sowohl auf Schüler- als auch auf Lehrerebene qualitative Methoden (Gruppendiskussion und teilnehmende Beobachtung) zum Einsatz.

 

Literatur:

  • Graf, J. (2013). FamilienTeam – das Miteinander stärken: Das Geheimnis glücklichen Zusammenlebens (2. Aufl.). Freiburg: Kreuz.
  • Graf, J. & Bauer, S. (2009). KlasseTeam: Emotionale Kompetenz von Lehrkräften und Kindern im Grundschulalter stärken. Unveröffentl. Kursleiter-Manual für das Lehrertraining. München: Ludwig-Maximilians-Universität München.
  • Graf, J. & Walper, S. (2003). FamilienTeam: Das Miteinander stärken. Unveröffentl. Kursleiter-Manual für das Elterntraining. München: Ludwig-Maximilians-Universität München.
  • Meyer, S., Obermeier, R., Zauner, D., Zauner, S. & Gläser-Zikuda, M. (under review). Zur Bedeutung von Trainingsprogrammen für die Förderung der Selbstwirksamkeit von Lehrkräften – das Beispiel KlasseTeam.
  • Meyer, S. & Gläser-Zikuda, M. (under review). Zur Bedeutung individueller und kontextueller Einflussfaktoren auf Lern- und Leistungsemotionen zu Beginn der Sekundarstufe – eine mehrebenenanalytische Betrachtung.

Laufzeit:

01.04.2017 bis 31.03.2020

 

Förderung/Finanzierung:

Robert Bosch Stiftung

 

Projektleitung:

  • Prof. Dr. Manfred Pirner (Lehrstuhl für Religionspädagogik und Didaktik des Religionsunterrichts)
  • Prof. Dr. Michaela Gläser-Zikuda (Lehrstuhl für Schulpädagogik mit dem Schwerpunkt empirische Unterrichtsforschung)
  • Prof. Dr. Dieter Spanhel
  • Dr. Klaus Wild

 

Projektmitarbeitende:

  • Susanne Wild

 

Projektbeschreibung:

Die Kompetenzstelle für Schulentwicklung und Evaluation ist als Arbeitseinheit ein Teilbereich des Lehrstuhls für Schulpädagogik mit dem Schwerpunkt empirische Unterrichtsforschung und des Lehrstuhls Religionspädagogik und Didaktik des evangelischen Religionsunterrichts der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg. Sie bietet mit der sogenannten „Wahrnehmungs- und wertorientierten Schulentwicklung“ (kurz: WWSE®) ein Paket für Schulen und Bildungseinrichtungen an, das interne Evaluations und Schulentwicklung unterstützt.

In Deutschland ist je nach Bundesland und Schulträger interne Schulevaluation grundsätzlich vorgeschrieben oder wird in Selbstverpflichtung praktiziert. Ziel ist es, Stärken und Herausforderungen an der Einzelschule einschätzen und damit produktiv umgehen zu können.

Wesentliche Elemente von WWSE® sind der empirisch abgesicherte und in mehreren schulart- und schulprofilspezifischen Ausprägungen laufend weiterentwickelte Fragebogen sowie der bausteinartige Ablauf, in dem die Schulen begleitet werden.

Das Projekt hat die Weiterentwicklung der Instrumente der WWSE® auf wissenschaftlicher, theoretischer und empirischer Basis zum Ziel.

 

Weitere Informationen zu WWSE® sowie zur Kompetenzstelle für Schulentwicklung und Evaluation finden Sie hier.

 

Laufzeit:

März 2019 bis Juni 2022

Förderung/Finanzierung:

Freistaat Thüringen aus den Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF)

Beteiligte Institutionen:

Lehrstuhl für Schulpädagogik mit dem Schwerpunkt empirische Unterrichtsforschung
Thüringer Ministerium für Bildung, Jugend und Sport (TMBJS)
Gesellschaft für Arbeits- und Wirtschaftsförderung des Freistaats Thüringen mbH (GFAW)
Thüringer Institut für Lehrerfortbildung, Lehrplanentwicklung und Medien (ThILLM)

Förderung/Finanzierung:

Freistaat Thüringen aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF)

Projektleitung:

Prof. Dr. Michaela Gläser-Zikuda

Projektmitarbeiterinnen und Projektmitarbeiter:

Kurzbeschreibung des Projekts:

Gefördert durch den Freistaat Thüringen aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds führt Lehrstuhl für Schulpädagogik mit dem Schwerpunkt empirische Unterrichtsforschung der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg in Kooperation mit dem Thüringer Ministerium für Bildung, Jugend und Sport (TMBJS) sowie dem Thüringer Institut für Lehrerfortbildung, Lehrplanentwicklung und Medien (ThILLM) eine wissenschaftliche Prozessbegleitung zu Schulnetzwerkarbeit in Thüringen durch.
Die Kooperation von Schulen im Rahmen eines Schulnetzwerks bietet einer Einzelschule durch die Bündelung spezifischer Kompetenzen und Ressourcen die Möglichkeit, Lerngelegenheiten und Entwicklungsimpulse wahrzunehmen, die ohne externe Kooperationen ungenutzt bleiben würden (Dresselhaus, 2006). Schulnetzwerkarbeit kann regional, national wie international somit durch die systematische Nutzung von Synergieeffekten zu Schulentwicklung beitragen (Berkemeyer et al., 2008; Rößler, Gläser-Zikuda, Bonitz & Anderegg, 2017). So können Netzwerke beispielsweise auch im Hinblick auf die Senkung der Schulabbruchquote wirksam sein. Schulnetzwerke sollten dabei unter einer klaren Zielsetzung agieren und intensiv gepflegt bzw. strukturiert werden. Eine wissenschaftliche Prozessbegleitung bietet durch kontinuierliche Begleitung und fachlichen Input die Möglichkeit, die Schulnetzwerke diesbezüglich zu unterstützen.
Um Entwicklungspotenziale an der Einzelschule aufzuzeigen, werden Schulentwicklungsbedingungen datenbasiert erfasst und in Form schulscharfer Portfolios an die einzelnen Netzwerkschulen rückgemeldet. Darüber hinaus wird die Reflexionskultur an Netzwerkschulen hinsichtlich der Schulentwicklungsprozesse zur Senkung der Schulabbruchquote systematisch durch die Etablierung eines Multiplikatorensystems gefördert. Ergänzend werden Fortbildungs- und Trainingsmaßnahmen angeboten. Neben der aktiven Unterstützung der pädagogischen Arbeit der Netzwerkschulen wird im Rahmen der wissenschaftlichen Begleitung zudem die Wirksamkeit von Schulnetzwerkarbeit im Hinblick auf die Senkung der Schulabbruchquote geprüft. Im Vergleich zu Schulen ohne Netzwerkarbeit werden dann schließlich evidenzbasierte Hinweise und Praxisempfehlungen für die erfolgreiche Schulnetzwerkarbeit generiert.

Literatur:

Berkemeyer, N., Manitius, V. & Müthing, K. (2008). „Schulen im Team“. Erste empirische Befunde. In N. Berkemeyer, W. Bos, V. Manitius & K. Müthing (Hrsg.), Unterrichtsentwicklung in Netzwerken. Konzeptionen, Befunde, Perspektiven (S. 329–341). Münster: Waxmann.
Dresselhaus, G. (2006). Netzwerkarbeit und neue Lernkultur. Theoretische Grundlagen und praktische Hinweise für eine zukunftsfähige Bildungsregion. Münster: Waxmann.
Rößler, L.; Gläser-Zikuda, M.; Bonitz, M. & Anderegg, N. (2017). Innovation durch Transformation in transnationalen Netzwerken am Beispiel des deutschsprachigen Netzwerkes für Innovative Learning Environments (ILE). Journal für Schulentwicklung 21(2), 8-15.

 

Laufzeit:

2019 bis 2021

Förderer/Finanzierung:

Christliches Jugenddorfwerk Deutschlands gemeinnütziger e. V. (CJD)

Beteiligte Institutionen:

Lehrstuhl für Schulpädagogik mit dem Schwerpunkt empirische Unterrichtsforschung

Professur für Musikpädagogik

Lehrstuhl für Religionspädagogik und Didaktik des Evangelischen Religionsunterrichts

Projektleitung:

Projektmitarbeiterinnen und Projektmitarbeiter:

Melike Ömerogullari

Kurzbeschreibung des Projekts:

CJD Panorama hat das Ziel, Kinder aus unterschiedlichen soziokulturellen Hintergründen anhand eines musikpädagogischen Ansatzes zu fördern. Kinder sollen durch Erlernen eines Orchesterinstruments ihre eigenen Potentiale erkennen und diese zur Entfaltung bringen. Die musikalische Bildung soll den Kindern kulturelle Teilhabe ermöglichen und einen Rahmen bilden, in dem sie ihre Persönlichkeit und sozialen Kompetenzen stärken können.

Ab dem Schuljahr 2019/2020 wird Panorama für zwei Schuljahre wissenschaftlich begleitet. Zielgruppe der Evaluation sind Kinder im Alter von 3 bis 13 Jahren. Die angenommenen Wirkungen des Projekts werden auf Basis eines Prä-Post-Designs mit Treatment-Kontrollgruppen-Verfahren untersucht. Von besonderem Interesse ist, wie sich Panorama auf die Persönlichkeitsentwicklung, Sozialkompetenzen und musikalische Fähigkeiten auswirkt und ob sich Panorama-Kinder im Vergleich zu Kindern, die nicht an Panorama teilnehmen, unterschiedlich entwickeln. Es wird ein quasi-experimentelles Design mit einem Mixed-Methods-Zugang verwendet, der sowohl quantitative (Fragebögen und Tests) wie qualitative Methoden (Einzelinterviews und teilnehmende Beobachtung) vorsieht.

Laufzeit:

Februar 2020 bis Januar 2023

Förderer/Finanzierung:

Robert-Bosch-Stiftung

Projektleitung:

Prof. Dr. Michaela Gläser-Zikuda

Projektmitarbeiterinnen und Projektmitarbeiter:

N.N.

Kurzbeschreibung des Projekts:

Das Projekt InLiVe setzt an der Schulentwicklungsberatung an und zielt darauf ab netzwerkbasierte Schulentwicklung auf der Grundlage der OECD-Kriterien (OECD, 2013) zu innovativen Lernumgebungen systematisch zu unterstützen, überregional auszuweiten und nachhaltig zu etablieren.
Daher sollen Schulnetzwerke in Thüringen (vgl. Gläser-Zikuda et al., 2014) und weiteren deutschen Bundesländern intensiv begleitet sowie Berater/innen für Schulentwicklung für diese anspruchsvolle Aufgabe systematisch qualifiziert werden, und zwar sowohl mit Blick auf Prinzipien der Schulnetzwerkarbeit, als auch hinsichtlich der Gestaltung innovativer Lernumgebungen. Durch Bündelung der neuen Kompetenzen an Schlüsselstellen im schulischen Unterstützungssystem, den Aufbau eines Multiplikatorensystems, die Einbindung von Kooperationspartnern sowie die Bereitstellung von Praxisbeispielen und weiteren Materialien soll Schulentwicklung nachhaltig gestärkt werden.
Das Projekt nimmt Bezug zum deutschsprachigen ILE-Netzwerk (http://www.spaed.ewf.uni-erlangen.de/forschung/schul-und-unterrichtsforschung/deutschsprachiges-ile-netzwerk/), das seit 2014 existiert und das Ziel einer internationalen Zusammenarbeit mit Blick auf Schulentwicklung verfolgt (Rößler et al., 2017).

Literatur:

Gläser-Zikuda, M., Baumgart, K., Herzer, G., Kemper, R., König-Wendel, J. & Wenke, F. (2014). Schulentwicklung in Thüringen – das Startprojekt E.i.L. (“Entwicklung innovativer Lernumgebungen”). In A. Jantowski (Hrsg.), ThILLM. 2014. Unterricht im Spannungsfeld zwischen Kompetenz- und Standardorientierung (S. 71-81). Bad Berka: ThILLM.
OECD (Ed.) (2013). Innovative Learning Environments. Educational Research and Innovation: OECD Publishing.
Rößler, L.; Gläser-Zikuda, M.; Bonitz, M. & Anderegg, N. (2017). Innovation durch Transformation in transnationalen Netzwerken am Beispiel des deutschsprachigen Netzwerkes für Innovative Learning Environments (ILE). Journal für Schulentwicklung 21(2), 8-15.

 

Projektstart:

01.10.2015

 

Projektleitung:

Prof. Dr. Michaela Gläser-Zikuda

 

Projektbeteiligte:

→ Baumgart, Kerstin
→ Keilbar, Gudrun
→ Stephan, Melanie
→ Poss, Simone
→ Berliner, Thomas
→ Uplegger, Kathrin
→ Schorr, Margarete
→ Lang, Oliver
→ Schratz, Michael
→ Agostini, Evi
→ Ammann, Markus
→ Rössler, Livia
→ Nárosy, Thomas
→ Hostettler, Ueli
→ Anderegg, Niels
→ Westfall-Greiter, Tanja
→ Schratz, Barbara
→ Schubert, Andreas
→ Schwarz, Johanna Erika
→ Diendorfer, Helga
→ Wobak, Maria
→ Hofbauer, Christoph
→ Köstenbauer, Andrea
→ Schmied, Claudia

 

Kurzinformationen zum Projekt:

Was ist ILE?
ILE steht für „Innovative Learning Environments“ und ist eine internationale Studie, die in Verantwortung des Center for Educational Research and Innovation (CERI) der OECD durchgeführt wird. Insbesondere hat das ILE-Projekt analysiert, wie junge Menschen heute lernen und unter welchen Bedingungen sie besser lernen können. In insgesamt drei Projektphasen wurde zwischen 2008 und 2015 eine konzeptionelle Zusammenarbeit, Analyse und Zusammenstellung von 125 Fallstudien innovativer Lernumgebungen weltweit sowie deren Weiterentwicklung realisiert. Die Studie will gewissermaßen als „Blaupause“ der „lernseitigen“ Weiterentwicklung der Bildungssysteme im OECD-Raum dienen – und zwar über alle Systemebenen hinweg. Um die wissenschaftlichen Erkenntnisse der Studie in die Praxis zu transferieren, wurde das „ILE 7+3 – Framework“ entwickelt, das anhand von sieben Lernprinzipen den Kern innovativer Lernumgebungen beschreibt, während drei Entwicklungsdimensionen die Richtung für eine dynamische Umsetzung des pädagogischen Kerns skizzieren.

Die 7 Lernprinzipien von ILE
1. Der/die Lernende und sein/ihr Lernen stehen im Mittelpunkt.
2. Lernen soll im Sozialgefüge und möglichst oft kooperativ geschehen.
3. Die Motivation der Schüler/innen und ihre Gefühle sind für das Lernen bedeutsam.
4. Die individuellen Unterschiede zwischen den Individuen sollen wahrgenommen werden, und über das unterschiedliche Vorwissen sollte man sich bewusst sein.
5. Jede/r Lernende benötigt anspruchsvolle Herausforderungen, ohne überfordert zu werden.
6. Formen der Leistungsmessung sollen gewählt werden, die auch wirklich die vorgegebenen Ziele überprüfen und formative Rückmeldungen beinhalten.
7. Ein Lernraum auch über die eigene Schule und deren Klassenzimmer hinaus soll gestaltet werden. Solch ein Lernraum soll Querbezüge ebenso wie Vernetzungen zwischen Unterrichtsfächern und Aktivitäten sowohl innerhalb als auch außerhalb der Schule ermöglichen.
(übersetzt aus Dumont et.al. 2010 S. 6-7; siehe auch OECD 2013, u.a. S. 154)

Diese Lernprinzipien werden zudem durch Erkenntnisse der internationalen empirischen Lehr-Lernforschung gestützt (Boekaerts, 1999; Hattie, 2009; Shavelson, 2003 u.a.)

3 Innovationsdimensionen von ILE
1. Das pädagogische Kerngeschehen evidenz-informiert und gemeinsam weiterentwickeln.
2. Durch starkes „Learning Leadership“ Entwicklungsdynamik ermöglichen.
3. Sich öffnen und in innovationsfördernden Partnerschaften engagieren.

Leitgedanke und Zielstellung
Das deutschsprachige ILE-Netzwerk, das sich 2015 gründete, greift die Anregungen und Ergebnisse der ILE-Studie auf und regt Innovation an, und zwar durch wissenschaftliche Analyse, intensiven Diskurs, Publikationen und Öffentlichkeitsarbeit.
Leitgedanke ist die Annahme, dass jede/r im Bildungskontext ein/e Lernende/r ist und Lehrende die Verantwortung für die lernförderliche Gestaltung von Lernumgebungen tragen. Diesem Grundsatz folgend sind alle Bestrebungen des deutschsprachigen ILE-Netzwerkes auf die Lernenden gerichtet. Indem sich die Mitglieder selbst als Lernende begreifen, kooperiert das deutschsprachige ILE-Netzwerk partnerschaftlich und vernetzt auf Augenhöhe zwischen Praxis, Wissenschaft und Bildungsadministration. Alle Aktivitäten stehen im Dienste der Lernenden. Dabei versteht sich das Netzwerk als Brückenbauer, Knotenpunkt und Impulsgeber für die Gestaltung innovativer Lernumgebungen an Schulen im deutschsprachigen Raum.

Weitere Informationen finden Sie in dieser Präsentation.

Aktuelle Forschungsprojekte:

 

Logo DFG

Laufzeit:

seit Januar 2018 bis Januar 2021

 

Förderer/Finanzierung:

Deutsche Forschungsgemeinschaft

 

Beteiligte Personen/Institutionen:

12 Universitäten und Forschungsinstitute in Deutschland, Österreich und der Schweiz sind in diesem interdisziplinären Netzwerk involviert. Dem Netzwerk gehören 15 Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler sowie Expertinnen und Experten aus Soziologie, Politikwissenschaft, Erziehungswissenschaft und Psychologie an.

 

Sprecher:

Dr. Felix Knappertsbusch, Professur für Methoden der empirischen Sozialforschung und Statistik, Universität der Bundeswehr Hamburg

 

Kooperationspartnerin:

Prof. Dr. Michaela Gläser-Zikuda, Lehrstuhl für Schulpädagogik mit dem Schwerpunkt empirische Unterrichtsforschung, Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg

 

Kurzinformationen zum Projekt:

Das Netzwerk Mixed Methods und Multimethod Research in der empirischen Sozialforschung, das aus Mitgliedern verschiedener Disziplinen besteht, hat zum Ziel, den interdisziplinären und internationalen Austausch zwischen unterschiedlichen Ansätzen methodenintegrativer Forschung auszubauen. Dabei orientiert sich die Netzwerktätigkeit an aktuellen methodischen Problemfeldern, darunter die methodenintegrative Analyse von Kausalität, integrative Methoden der Datenerhebung und -analyse sowie Gütekriterien methodenintegrativer Forschung. Prof. Dr. Michaela Gläser-Zikuda ist Mitglied im Netzwerk.

 

Weitere Informationen:

https://www.hsu-hh.de/methoden/team/knappertsbusch/mixed-methods-network